Die Verwechslung 

Ich hatte letztens eine WhatsApp erhalten und bin aus dem Lachen fast nicht mehr herausgekommen. Zuerst war ich verwirrt, weil mir eine Frau schrieb, die mich tonnenweise mit Infos zu einem Projekt vollgeschüttet hatte. Wir begrüßten uns nett und dann legte sie los. Ich bekam Infos zu einer Eventlocation, zu den einzelnen Aufgaben, die noch zu erledigen waren, zu Personen, die ich betreuen sollte, Deadlines zu Prints und zu Terminen und Orten an denen ich Requisiten abholten musste. Zunächst erschien das halbwegs plausibel, weil ich zu dem Zeitpunkt wirklich selbst an einem Projekt arbeiten sollte; jedoch war weder der Umfang noch überhaupt die Zusage getroffen worden, dass ich den Auftrag erhalte. Ich habe dann ziemlich schnell gerafft, dass sie mich verwechseln muss, weil sie von München und einem Filmfestival sprach, mit dem ich nun wirklich nichts zu tun hatte! Aber, that’s life, mir gefiel ihr Profil-Bild auf WhatsApp und trieb die Kommunikation noch ein wenig voran. Vorgebend am Projekt interessiert zu sein, fing ich an, ein wenig mit ihr zu flirten. Wir verstanden uns nach wenigen Minuten richtig gut (nun ja, hier fängt jetzt irgendwie der Teil an, dass ich ein halbes Arschloch wurde)! Die Gewissensbisse wurden dann doch größer und ich löste die Verwechslung alsbald auf. Sie war nicht gerade amused… nun gut, ich hatte auch fast eine Stunde ihrer Arbeitszeit verschwendet und mich nicht zu erkennen gegeben. Aber irgendwie hat es auch wahnsinnigen Spaß gemacht, mich mit ihr zu unterhalten. Wie Tinder, nur in viel cooler und echter. Nach meiner Beichte hat sie mich dann geblockt und ich konnte sie nicht mehr kontaktieren. Ich wollte sie noch anrufen und sagen, dass es mir leid tut und ich sie gerne treffen wollen würde, aber das hatte ich mich dann doch nicht getraut.

Danke Florian S. für deine Geschichte!

2018-03-16T14:27:11+00:00